Wie verstetige ich einen Jugendaustausch?
Selbstbewusstere Jugendliche, neue Freundschaften, inspirierte Fachkräfte – die Begeisterung nach einer erfolgreichen Jugendbegegnung oder einem gelungenen Schüleraustausch ist meist groß. Dann ist klar: Das müssen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen! Um internationale Begegnungen Jahr für Jahr verlässlich durchführen zu können, benötigen Jugendleiter oder Lehrkräfte eine dauerhafte Finanzierung. Wir stellen drei Möglichkeiten sowie mögliche Ergänzungen vor.
1. Jugendwerke: Kontinuierliche Förderung bei festem Partnerland
Die bilateralen Jugendwerke sind ein verlässlicher Partner für alle, die einen Austausch mit einem ihrer Zielländer etablieren möchten. Das Deutsch-Griechische Jugendwerk, das Deutsch-Französische Jugendwerk, das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die Deutsch-Türkische Jugendbrücke, Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch sowie UK German-Connection fördern Schüleraustausch von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie Jugendaustauschprojekte von Vereinen und Verbänden. Die Jugendwerke fördern Partnerschaften in der Regel kontinuierlich über mehrere Jahre.
Wer eine langfristige Schulpartnerschaft mit einem Land in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa anstrebt, findet die passende Finanzierung beim Entwicklungspolitischen Schulaustausch-Programm (kurz: ENSA).
2. Stiftungen und Verbände: Anschubfinanzierung erleichtert Start
Zahlreiche Dachverbände, Stiftungen, Austauschorganisationen und politische Organisationen fördern Auslandsaufenthalte, jedoch meistens nur für einzelne Teilnehmende. Diese Förderung eignet sich daher als Ergänzung für Jugendliche, die sich eine Mitreise sonst nicht leisten könnten. Für die langfristige Etablierung internationaler Begegnungen bietet sie sich nicht an.
Anders sieht es bei einer Förderung unserer Stiftung aus. Sie fördert gruppenbezogenen Austausch, also Auslandsprojekte von Klassen, Jugend- oder Schülergruppen, durch verschiedene Förderprogramme. Im Fokus stehen dabei kürzere Auslandsaufenthalte von mehreren Tagen bis Wochen und Projekte im beruflichen Bereich. Bei Netzwerken im beruflichen Austausch ist eine Anschubfinanzierung von ein bis zwei Jahren möglich. Langfristig planen wir die Überführung in andere Finanzierungsformen, vor allem in Erasmus+.
3. Erasmus+: Der verlässlichste Weg zur Verstetigung
Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa und ist besonders geeignet, um einen Jugendaustausch dauerhaft zu verankern. Es fördert verschiedene internationale Aktivitäten von Schulen und Akteuren der Jugendarbeit flexibel über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren. Welche drei Zugangswege zu Erasmus+ es für bayerische Mittel-, Real-, Förder- und berufliche Schulen gibt, erklären wir in diesem Artikel.
Sinnvolle Ergänzungen: Förderverein, Sponsoring, Teilnehmendenbeiträge
Neben diesen Hauptwegen gibt es drei ergänzende Möglichkeiten, um Finanzierungslücken zu schließen.
- Förderverein oder Förderkreise: Schulen und außerschulische Einrichtungen können Austauschprojekte über einen Förderverein mitfinanzieren, ohne aufwendige Anträge zu stellen. Das funktioniert besonders gut, wenn finanzkräftige Unternehmen zu den Mitgliedern gehören.
- Sponsoring: Alternativ kann eine Firma den Austausch direkt sponsern.
- Teilnehmendenbeiträge: Diese Beiträge sind nicht zweckgebunden und lassen sich flexibel für unvorhergesehene Ausgaben einsetzen. Zu hoch sollten sie Fach- und Lehrkräfte jedoch nicht ansetzen, ansonsten belasten sie Familien und schließen im schlechtesten Fall Jugendliche von vornherein aus.
Diese drei Finanzierungsquellen eignen sich als Ergänzung zur Finanzierung. Als reine Basis sollten sie aufgrund ihrer geringen Planungssicherheit lieber nicht dienen. Denn Budgets von Fördervereinen schwanken, Unternehmensförderungen können bei schlechter wirtschaftlicher Lage wegbrechen, und die Zahl der zahlungsfähigen Teilnehmenden ist nie garantiert.
Fazit: Kombination führt oft zum Ziel
Lehr- und Fachkräfte der Jugendarbeit benötigen eine Finanzierung, auf die sie sich verlassen können. Welche das ist, hängt von Zielland, Einrichtung und den verfügbaren Kapazitäten ab. Oftmals ist die Verbindung mehrerer Förderungen der Weg zum Erfolg. Wir beraten gerne dazu, welche Kombination zur eigenen Einrichtung passt.