Mann hält mehrere Euro-Scheine in seinen Händen
23. Juni 2026

3 Wege in die Erasmus+-Förderung

Fördermöglichkeiten für Auslandsaufenthalte an Mittel-, Real-, Förder- und beruflichen Schulen

Wer soll das bezahlen? Diese Frage stellt sich jede Lehrkraft, die einen Schüleraustausch organisieren möchte. Zum Glück gibt es das Förderprogramm Erasmus+ der Europäischen Union. Es unterstützt unter anderem Auslandspraktika, Schüleraustausche und Schulpartnerschaften von bayerischen Mittelschulen, Realschulen, Förderschulen und beruflichen Schulen finanziell. Wir zeigen drei Wege in die Erasmus+-Förderung auf.

Weg 1: Das ISB-Konsortium: Der einfache Einstieg in Erasmus+

Der leichteste Start in die Förderung von Auslandsmobilitäten ist der Beitritt zum Konsortium Erasmus@ISB des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (kurz: ISB). Dieser Weg eignet sich besonders für Lehrerinnen und Lehrer, die erste Auslandserfahrungen in Europa sammeln wollen.

Das ISB übernimmt die zentrale Antragsstellung und Mittelverwaltung für das Konsortium, die Schulen können sich auf die inhaltliche Projektarbeit fokussieren. Es richtet sich in erster Linie an bayerische Mittel- und Förderschulen, steht aber auch Real- und beruflichen Schulen offen. Derzeit gehören ihm 65 Schulen an.

Eine Förderung über das ISB-Konsortium ist nur vorübergehend vorgesehen. Es kann jedoch ein guter erster Schritt auf dem Weg zur eigenen Akkreditierung sein.

Weg 2: Erasmus+-Kurzzeitprojekte: Für Laufzeiten zwischen 6 und 18 Monaten

Die Beantragung eines Kurzzeitprojekts ist ein alternativer Zugang zum europäischen Förderprogramm. Bayerische Lehrkräfte können damit Projekte mit einer Dauer von einem halben bis eineinhalb Jahren und bis zu 30 Teilnehmenden pro Auslandsaufenthalt finanzieren. Den Antrag stellen sie bei der Plattform webgate der Europäischen Union. Für die Abwicklung in Deutschland ist die Nationale Agentur beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) zuständig.

Im Unterschied zum ISB-Konsortium übernimmt die Schule alle Schritte selbst – vom Antrag bis zum Abschlussbericht. Kurzzeitprojekte helfen Lehrkräften mit wenig Erfahrung somit, Erasmus+ von Grund auf kennenzulernen. Streben sie später eine vollständige Akkreditierung an, sind sie gut vorbereitet. Für die Beantragung des Kurzzeitprojekts müssen sie jedoch bereits fast den gleichen Aufwand investieren.

Kurzzeitprojekte bieten sich vor allem für Schulen an, die ein konkretes Vorhaben umsetzen wollen, ohne sich bereits langfristig festzulegen. 

Weg 3: Die Erasmus+-Akkreditierung: Für eine langfristige Internationalisierung der Schule

Die Erasmus+-Akkreditierung ist die Fördermöglichkeit, die den größten Aufwand verursacht. Vor allem die Antragsstellung im Vorfeld ist zeitintensiv. Die Schule muss ihre Ziele sowie ihre geplante Internationalisierungsstrategie, den sogenannten ERASMUS-Plan, umfassend darlegen. Dafür bietet diese Option auf Dauer die größte Flexibilität und Planungssicherheit für alle Lehrkräfte, die einen Schüleraustausch dauerhaft verankern wollen. 

Mit einer einmaligen Akkreditierung können Schulen bis zu sieben Jahre lang Erasmus+-Fördermittel abrufen. Die Schule bleibt dabei frei in der Wahl von Zielland und Partner. Fällt zum Beispiel ein geplanter Auslandsaufenthalt nach Schweden aus, können die Gelder stattdessen für einen Schüleraustausch in Irland eingesetzt werden. Aktuell erhalten Mittelschulen, Realschulen und Förderschulen bis zu 60.000 Euro für einen Projektzeitraum von maximal 15 Monaten. Für berufliche Schulen gibt es keine offizielle Obergrenze. Die Akkreditierung erfolgt, wie bei den Kurzzeitprojekten, über die Plattform webgate der Europäischen Union, die Abwicklung über den PAD.

Entschieden? So geht es weiter!

Welche der drei Optionen passt, hängt von der Erfahrung der Schule und den eigenen Kapazitäten ab. Eines gilt jedoch für alle Wege: Niemand sollte einen Auslandsaufenthalt alleine organisieren. In diesem Artikel erklären wir, wie Lehrkräfte ein internationales Team zusammenstellen und die Schulleitung vom Schüleraustausch überzeugen

Detaillierte Beratung zu den Erasmus+-Fördermöglichkeiten erhalten Lehrkräfte beim ISB. Unsere Stiftung hilft gerne bei der strategischen Planung eines Auslandsaufenthalts, vernetzt mit anderen Akteuren und informiert zu alternativen Förderwegen.

Vor dem Akkreditierungsantrag lohnt sich außerdem eine Erasmus+-Fortbildung beim ISB oder über die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen. Idealerweise besuchen mehrere am Austausch beteiligte Lehrkräfte der Schule das Seminar gemeinsam. Wir wünschen viel Erfolg!