Die Schülerinnen der Fachoberschule Straubing Yvonne und Lena erzählen von ihren Erfahrungen beim Schüleraustausch in Tschechien
„Internationale Freundschaften zu haben, ist ziemlich cool“
Yvonne und Lena
18 und 17
Tschechien
Schülerinnen der Staatlichen Fachoberschule Straubing

Extrovertierter, plötzlich befreundet und mit jeder Menge Einblicke in den tschechischen Alltag: So kamen Yvonne (18) und Lena (17), Schülerinnen der 11. Klasse der Staatlichen Fachoberschule Straubing, von ihrem Schüleraustausch in Kroměříž in Tschechien zurück. Wie das ging und was der Austausch bei ihnen noch veränderte, liest du hier.

Was motivierte euch, am Schüleraustausch mit Tschechien teilzunehmen?

Lena: Ich hatte vorher kein konkretes Bild von Tschechien. Es war einfach ein Nachbarland, in das man ab und zu zum Tanken fährt. Deswegen wollte ich gerne den Alltag vor Ort erleben.

Yvonne: Bei mir war es anders, denn meine Eltern stammen aus Tschechien und Teile meiner Familie wohnen dort. Daher war ich schon öfter in Tschechien und wusste, was mich erwartet. Mich motivierte es, neue Leute kennenzulernen und das Land noch besser zu erkunden. In der Stadt unseres Austauschs Kroměříž, einer Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern, war ich vorher zum Beispiel noch nie.

„Tschechien war vorher einfach ein Nachbarland, in das man ab und zu zum Tanken fährt."

Wie habt ihr euch auf euren Aufenthalt vorbereitet?

Lena: Ich kaufte ein Gastgeschenk und Hitschies-Kaubonbons, also so typisch deutsche Süßigkeiten, für meine Austauschpartnerin.

Yvonne: Das machte ich auch. Außerdem brachte ich eine Tasse aus Straubing mit.

Was überraschte euch in Tschechien?

Lena: Die Landschaft und die Architektur in Kroměříž. Beides gefiel mir sehr. Ich hatte eine Stadt mit jeder Menge Gebäuden erwartet, aber es gab viele freie Flächen. Zudem war ich überrascht, dass wir uns so schnell und gut mit den Tschechen verstanden. Nach nur zwei Tagen kannten wir uns schon gut.

Yvonne: Mich überraschte, dass vieles im Alltag gleich war, aber es dennoch zahlreiche kleine Unterschiede gab. Zum Beispiel war es für die tschechischen Schüler ganz normal, jeden Tag in der Mensa zu essen. Das machen wir nicht. Die Austauschschüler hatten aber auch generell längere Schultage. Bei uns endet der Unterricht oft um eins, dort ging er fast täglich bis um vier. Auch die Fächer und das Schulsystem unterschieden sich.

„Nach nur zwei Tagen kannten wir uns schon gut.“

Welche Herausforderungen musstet ihr bei eurem Austausch bewältigen?

Lena: Die erste Nacht bei der Gastfamilie war ein bisschen komisch. Es war mir unangenehm, bei Leuten zu schlafen, die ich kaum kannte. Schließlich hatte ich nur etwa einen Monat lang mit meiner Gastschülerin geschrieben und dann teilte ich mir direkt ein Zimmer mit ihr und ihren zwei Schwestern. Aber von da an wurde es jeden Tag besser.

Welche kulturellen Unterschiede sind euch aufgefallen?

Lena: Ich fand die Tschechen sehr offen und lustig und definitiv ein bisschen gechillter als die Deutschen. Bei uns ist man 10 Minuten vor der ausgemachten Zeit pünktlich. Das sahen die tschechischen Schüler entspannter. Dafür waren die Züge in Kroměříž pünktlich – im Gegensatz zu Straubing.

„Bei uns ist man 10 Minuten vor der ausgemachten Zeit pünktlich. Das sahen die tschechischen Schüler entspannter.“

Was war das Highlight eures Austauschs?

Yvonne: Die neuen Freundschaften, die wir beim Schüleraustausch knüpften. Wir sind weiterhin über Instagram mit ein paar Leuten aus der Gruppe in Kontakt und haben vor, uns bald wiederzutreffen. Dann in Prag, das liegt genau in der Mitte zwischen unseren beiden Wohnorten.

Was hat euch der Schüleraustausch gebracht?

Lena: Ich war davor schon extrovertiert, aber jetzt bin ich noch ein bisschen aufgeschlossener. Ich kann noch besser auf Leute zugehen. 

Yvonne: Ja, das ist wichtig. Denn wir wollen doch alle Freunde und es ist auch ziemlich cool, internationale Freundschaften zu haben. Lena und ich sind ebenfalls erst seit dem Tschechienaustausch befreundet. Vorher sprachen wir kaum miteinander, obwohl wir in einer Klasse sind. Aber während des Auslandsaufenthalts haben wir uns richtig kennengelernt. In Tschechien bekam ich ein anderes Bild von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern als in der Schule.