300.000 Euro für mehr Chancengleichheit beim Jugendaustausch
MÜNCHEN. Unter dem Motto „Wege gestalten, Welten verbinden“ feierte die Stiftung Jugendaustausch Bayern am 7. Juli 2026 ihr fünfjähriges Bestehen im Münchner Prinz-Carl-Palais. Zum Jubiläum startete die Stiftung ein Förderprogramm, das mit 300.000 Euro sektorenübergreifende Kooperationen im Schüler- und Jugendaustausch unterstützt.
Ein Abend voller Begegnungen und Anerkennung
Rund 80 Gäste aus Politik, Bildung, dem konsularischen Korps und Jugendarbeit kamen zur Feier. Moderatorin Cirta Rosbach führte durch den Abend, musikalisch begleitet vom Verein Musicians for a better life. Grußworte sprachen Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, die Geschäftsführung der Stiftung Jugendaustausch Bayern sowie Gábor Tordai-Lejkó, Generalkonsul von Ungarn und Mitglied im Kuratorium.
„Internationale Erfahrungen eröffnen neue Perspektiven und stärken unsere Demokratie. Deshalb haben wir die Stiftung Jugendaustausch Bayern gegründet und mit 30 Millionen Euro stark ausgestattet – einzigartig in Deutschland. Seit Gründung konnten jedes Jahr über 3.000 junge Menschen Auslandserfahrungen sammeln – unabhängig von Herkunft, Schulart oder Einkommen. Junge Menschen, die andere Kulturen kennenlernen, kommen mit neuen Ideen, mehr Verständnis und wertvollen Erfahrungen zurück. Das macht sie stark – und Bayern gleich mit. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und ein großes Dankeschön an alle, die diese Erfolgsgeschichte möglich machen“, betonte Eric Beißwenger in seinem Grußwort.
Im Mittelpunkt standen vier internationale Austauschprojekte, die die Stiftung in den letzten Jahren gefördert hat. Sie würdigte dabei Initiativen mit Ungarn, Österreich, Israel und dem Vereinigten Königreich, die jungen Menschen Auslandserfahrungen ermöglichten, die sonst kaum die Chance dazu erhalten. Teilnahmeurkunden, Förderschecks und Jubiläumskoffer wurden überreicht, begleitet von Vertretungen mehrerer Generalkonsulate der entsprechenden Zielländer. Joachim Riehl von der Diakonie Rummelsberg erhielt die Auszeichnung „Botschafter für internationalen Jugendaustausch an Förderschulen“, eine Anerkennung für seinen Einsatz im internationalen Austausch zwischen Förderschulen.
Ehemalige Teilnehmende berichteten in einer Gesprächsrunde, wie der Austausch ihr Leben geprägt hat: von neuer Lernmotivation über persönliches Wachstum bis hin zu beruflichen Perspektiven, die ohne diese Erfahrungen nicht denkbar gewesen wären.
Jubiläumsförderprogramm: Kooperation als Schlüssel
Höhepunkt des Abends war der Start des Jubiläumsförderprogramms „5 Jahre Stiftung Jugendaustausch Bayern. Neue Wege der Begegnung durch Kooperation und Vernetzung“. Es fördert gezielt den Zusammenschluss von mehreren Organisationen aus mindestens zwei unterschiedlichen Sektoren, beispielsweise zwischen Jugendverbänden und Schulen oder zwischen Ausbildungsbetrieben, beruflichen Schulen und lokalen Vereinen. Antragsberechtigt sind Jugendringe, Jugendverbände, zivilgesellschaftliche Einrichtungen, Förder-, Mittel- und Real- und berufliche Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetriebe. Das Programm läuft vom 1. Juli 2026 bis 1. Juli 2029. Jährlich stehen 100.000 Euro zur Verfügung, insgesamt 300.000 Euro.
Die Geschäftsführung der Stiftung präsentierte und ordnete das neue Förderprogramm ein. „Nicht alle Jugendlichen haben die gleichen Chancen auf internationale Erfahrungen. Oft fehlen Kontakte, Strukturen oder finanzielle Mittel. Diese Lücken wollen wir schließen“, erklärte Mirjam Eisele, Geschäftsführerin der Stiftung. Wolfgang Schwarzenberger, ebenfalls Geschäftsführer, ergänzte: „Die letzten fünf Jahre haben gezeigt: Mehr Jugend- und Schüleraustausch gelingt nur gemeinsam. Mit dem Jubiläumsförderprogramm stärken wir Netzwerke, die nachhaltig wirken, über einzelne Projekte hinaus und in ganz Bayern.“