Hanna und Benedikt nahmen an einem Schüleraustausch in Mexiko teil.
„Bleib dir selbst treu“
Hanna & Benedikt
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Mexiko
Schüler an der FOS/BOS Friedberg

Hanna und Benedikt von der FOS/BOS Friedberg erlebten Mexiko und den wichtigsten Feiertag des Landes hautnah. Für ihren zweiwöchigen Schüleraustausch verließen sie zum ersten Mal Europa. Hier erzählen sie, was sie am „Día de los Muertos“ begeisterte und was der Austausch für sie persönlich veränderte.

Was hat euch zur Teilnahme an dem Schüleraustausch motiviert? Und wie habt ihr euch auf die Reise vorbereitet?

Hanna: Ein Austausch hat mich schon immer gereizt, weil man auf diese Weise neue Menschen und Kulturen kennenlernt. Mexiko interessierte mich besonders. Ein Schüler aus einer höheren Klasse hatte am ersten Mexiko-Austausch unserer Schule teilgenommen und war begeistert. Da wir auch Spanisch lernen, war es die Gelegenheit, die Sprache praktisch anzuwenden. Zur Vorbereitung hatten wir eine Unterrichtsstunde zur mexikanischen Geschichte und Kultur. Zu Hause frischte ich noch ein paar Vokabeln auf. Das war aber auch schon alles.

Benedikt: Wir waren zum ‚Día de los Muertos‘ (Anmerk.: Tag der Toten) dort. Deshalb lernten wir in der Einführungsstunde auch viel über dieses besondere Fest.

Wie war es, diesen Feiertag vor Ort zu erleben? Entsprach es dem Bild, das wir hier in Europa kennen? 

Hanna: Es erinnerte tatsächlich an den Disney-Film ‚Coco‘. Die Menschen trugen traditionelle Kleidung, waren geschminkt und hatten Blumenkränze auf dem Kopf. Man konnte sich auch selbst schminken lassen, zum Beispiel auf der Straße in Mexico City. Wir sahen eine Parade, die an den Karneval in Rio erinnerte. Überall in der Stadt standen bunte Skulpturen, wie Totenköpfe und Tiere, die nachts beleuchtet waren. Das war beeindruckend.

Benedikt: Ich ging auf einen Friedhof, auf dem die Gräber mit unzähligen Lichtern geschmückt waren. Das war wunderschön. Es sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

„Jemanden persönlich zu sehen, ist etwas ganz anderes als zu schreiben.“

Wie sah euer übriges Programm aus? 

Benedikt: Wir waren in der Hauptstadt Mexiko City und in Navojoa an der Westküste. In Mexico City haben wir viel gesehen: die schwimmenden Gärten von Xochimilco, die Ruinen von Teotihuacán, das Schloss Chapultepec und natürlich die Parade. In Navojoa war es ruhiger. Dort verbrachten wir die meiste Zeit mit unseren Gastfamilien und besuchten den Unterricht.

Was überraschte euch während der Reise? Was war anders als in Deutschland?

Hanna: Das Essen war sehr fleischlastig, Gemüse spielte kaum eine Rolle. Auch die Uhrzeiten der Mahlzeiten unterschieden sich: Die Mexikaner essen zwar öfter, aber kleinere Portionen. Der Unterricht funktionierte ebenfalls anders als bei uns. Bei uns meldet man sich, dort ruft einfach jeder rein. Die Atmosphäre war dadurch insgesamt lockerer.

Wie lief der Austausch mit euren Partnerschülern?

Hanna: Meine Austauschschülerin Dana schrieb mir bereits in den Sommerferien vor dem Austausch. Dabei fanden wir schnell gemeinsame Interessen. Trotzdem war das erste Treffen am Flughafen aufregend. Jemanden persönlich zu sehen, ist etwas ganz anderes als zu schreiben.

Benedikt: Bei mir war es ähnlich. Mein Austauschpartner Alejandro und ich hatten vorher geschrieben und telefoniert. Wir redeten viel über unser gemeinsames Hobby: das Gaming. Unser Zusammenleben klappte gut. Zuerst wohnte er in meiner Familie. Da fühlte ich mich für ihn verantwortlich. Schön war, dass wir in Mexiko dann die Rollen tauschten. Plötzlich war ich der Gast.

„Die Zeit in Mexiko hat mir gezeigt, dass man mit Offenheit einfach mehr erlebt.“

Was waren eure persönlichen Highlights? Gab es auch Herausforderungen?

Hanna: Besonders in Erinnerung blieb mir ein Restaurantbesuch. Dort spielten Mariachi-Bands, wir trugen traditionelle Hüte, aßen mexikanisches Essen und sahen einen traditionellen Tanz. Das war besonders.

Benedikt: Mein Highlight war das Strandhaus meiner Gastfamilie. Ich verbrachte noch nie so viele Tage am Strand. Daran werde ich mich noch lange erinnern. Eine persönliche Herausforderung war meine starke Kurzsichtigkeit, die am Anfang durchaus ein Thema war. Am Ende aber wuchsen wir als Gruppe so zusammen, dass es kein großes Problem mehr darstellte. Ich erhielt von allen viel Unterstützung.

Was hat euch der Austausch persönlich gebracht? 

Hanna: Ich bin offener geworden. Da wir in den Gastfamilien oft auf uns allein gestellt waren, mussten wir uns selbst mehr zutrauen. Ich lernte, auf Menschen zuzugehen und mich auf Neues einzulassen. Die Zeit in Mexiko hat mir gezeigt, dass man mit Offenheit einfach mehr erlebt.

Benedikt: Durch diesen Austausch und dadurch, dass ich mehr auf mich selbst gestellt war, bin ich als Person gewachsen. 

Was würdet ihr anderen Jugendlichen raten, die an einem Austausch interessiert sind?

Hanna: Sei offen und gehe auf Menschen zu, auch wenn deine Sprachkenntnisse nicht perfekt sind. Das klappt trotzdem. 

Benedikt: Bleib dir selbst treu. Mein Austausch hat mir gezeigt, dass man mit der richtigen Einstellung überall zurechtkommt.