FAQ von Lehrkräften
Schülerinnen und Schüler treffen Jugendliche aus anderen Ländern.
Sie lernen dabei andere Lebensweisen, Kulturen und Sprachen kennen. Es gibt die Möglichkeit, kürzere oder längere Zeit im Ausland zu verbringen. Der Austausch findet entweder allein oder gemeinsam mit der Schulklasse statt.
Er stärkt soziale und interkulturelle Kompetenzen, Selbstständigkeit und Demokratieverständnis.
Im Mittelpunkt steht das Lernen im internationalen Kontext: Jugendliche setzen sich aktiv mit kultureller Vielfalt auseinander, lernen, Herausforderungen selbstständig zu lösen und stärken ihre Kommunikationsfähigkeit. Die Teilnehmenden werden selbstbewusster, entwickeln Toleranz und Offenheit. Das sind zentrale Werte, die auch extremen politischen Einstellungen entgegenwirken können.
Weiterführende Schulen stellen oft die Verbesserung der Sprachkenntnisse in den Vordergrund. Ein Austausch sollte sich aber nicht auf dieses Ziel beschränken. Ebenfalls sollte die Suche nach einem Zielland nicht nur von der dort gesprochenen Sprache abhängig gemacht werden. Oft senkt es sogar die Hemmschwelle, sich zu verständigen, wenn z. B. Englisch bei keiner der beiden Austauschgruppen Muttersprache ist.
Grundsätzlich können alle Schularten teilnehmen.
Egal, ob Mittelschule, Realschule, Förderschule, Gymnasium oder berufliche Schule, das Angebot steht allen offen. Die konkreten Bedingungen und Voraussetzungen hängen vom jeweiligen Programm ab. Wichtig ist die Zustimmung der Schulleitung, die Unterstützung der Sachaufwandsträger und die frühzeitige Einbindung der Eltern.
Die Interviews mit Fach- und Lehrkräften geben Einblicke in die Organisation und die Erfahrungen eines Austauschs an verschiedenen Schularten.
Schritt für Schritt planen, die Schulleitung frühzeitig einbinden und Unterstützung suchen, z. B. von Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen, die bereits Auslandsprojekte umgesetzt haben.
- Zusammenstellung eines Projektteams.
- Optional: Thematische Fortbildungen einplanen.
- Ziele und Themen festlegen in Abstimmung mit der Schulleitung und dem Schulentwicklungsprogramm.
- Eine Partnerschule im Ausland suchen, z. B. über den Pädagogischen Austauschdienst (PAD), eTwinning, Jugendwerke oder Städtepartnerschaften.
- Gegenseitigen Lehrkräfte-Besuch der Partnerschulen organisieren.
- Programmdauer, Termine und Finanzierung mit Partnerschule klären.
- An- und Rückreisen planen.
- Fördermittel beantragen.
- Gastfamilien und/oder Unterkünfte organisieren.
- Programme und Aktivitäten planen.
- Die Schulklasse sprachlich und interkulturell vorbereiten.
- Nachbereitung und Verstetigung des Auslandsprojekts, z. B. mit Erasmus+ prüfen.
- Das Lehrkräfte-Kollegium regelmäßig über das Auslandsprojekt informieren.
Die Stiftung Jugendaustausch Bayern informiert zu Fördermöglichkeiten und vernetzt. Erhalte im Infoportal „Wie ins Ausland?“ einen Überblick über Beratungsstellen und Förderprogramme, sortiert nach Schulart, Austauschformat und Zielland.
Es gibt verschiedene Beratungsmöglichkeiten in Bayern und auf Bundesebene.
In Bayern:
- Bayerischer Jugendring (BJR)
- Bietet Förderprogramme für alle Schularten
- Vermittelt Partnerschulen
- Berät bei der Projektplanung
- Führt Weiterbildungs- und Vernetzungsseminare durch
- Stiftung Jugendaustausch Bayern
- Informiert zu Fördermöglichkeiten: Infoportal „Wie ins Ausland?“ mit Beratungsstellen-Finder und Förderprogramm-Datenbank
- Berät zu Projektplanung und Strategieentwicklung
- Vernetzt Beteiligte im Jugendaustausch
- Fördert gruppenbezogene Formate und innovative Austauschprojekte, Schwerpunkte: Berufliche Schulen, Mittelschulen, Realschulen und Förderschulen
- Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)
- Berät, informiert und bildet zum EU-Bildungsprogramm Erasmus+ fort
- Unterstützt bei der Vermittlung von Partnerschulen
- Ermöglicht vereinfachten Einstieg ins Erasmus+-Programm (Konsortium)
- Bietet Vernetzungstreffen an
Auf Bundesebene:
- Pädagogischer Austauschdienst (PAD)
- Nationale Agentur für das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung (NA beim BIBB)
- Engagement Global: Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm (ENSA)
- Jugendwerke:
- Bilaterale Organisationen:
Tipp: Nutze unseren Beratungsstellen-Finder im Infoportal „Wie ins Ausland?“, um die passende Ansprechperson für Schulart, Zielland und Austauschformat zu finden.
Fördermittel für den internationalen Schüleraustausch sind auf Europa-, Bundes- und Landesebene verfügbar.
Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ ist der wichtigste Mittelgeber. Auch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK), der Bayerische Jugendring (BJR), die Jugendwerke, Stiftungen wie unsere und weitere Organisationen der internationalen Jugendarbeit leisten finanzielle Unterstützung.
Tipp: Finde in unserer Förderprogramm-Datenbank im Infoportal „Wie ins Ausland?“ die passende Finanzierung, sortiert nach Zielland, Schulart und Austauschformat.
Die Antragstellung für eine Schule erfolgt durch die Schulleitungen.
Einzelpersonen wie Schülerinnen oder Schüler können Fördermittel in der Regel nicht direkt beantragen. Für sie gibt es jedoch häufig spezielle Stipendien oder individuelle Fördermöglichkeiten, die den Zugang zu internationalen Austauschprojekten erleichtern.
Das Portal „rausvonzuhaus“ von Eurodesk Deutschland bietet umfassende Informationen zu allen wichtigen Themen rund um Stipendien und individuelle Fördermöglichkeiten für einen Jugendaustausch oder Auslandsaufenthalte.
Reise, Unterkunft, Verpflegung und Programm.
Fördermittel decken in der Regel die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung und das Programm vor Ort ab. Häufig sind auch Ausgaben für die Vor- und Nachbereitung, (Auslands-)Versicherungen sowie Dolmetscherleistungen enthalten. Je nach Programm können jedoch Teilnehmenden-Beiträge entstehen.
Zunächst muss ein Antrag im jeweiligen Förderprogramm gestellt werden.
Jedes Förderprogramm hat spezifische Fristen und Antragsformulare. Informiere dich vor der Beantragung über die Anforderungen und Abläufe. Unter „Was fördern wir“ erhältst du beispielsweise einen Überblick über aktuelle Programme und die dazugehörigen Förderhinweise der Stiftung Jugendaustausch Bayern. Gut zu wissen: Eine sorgfältige Vorbereitung des Antrags erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Förderung.
Tipp: Finde in unserer Förderprogramm-Datenbank im Infoportal „Wie ins Ausland?“ die passende Finanzierung, sortiert nach Zielland, Schulart und Austauschformat.
Über Netzwerke, Datenbanken und fachliche Beratungsstellen.
- Beratungsstellen und Netzwerke
- Pädagogischer Austauschdienst (PAD) – berät Schulen und bietet Partnerbörsen
- Nationale Agentur Bildung für Europa beim BiBB (NA-Bibb) - berät berufliche Schulen und bietet Partnerbörsen
- Europass-Center Deutschland - informiert über die Europass-Dokumente bei Auslandsaufenthalten
- Internationale Netzwerke wie eTwinning – Plattform für europäische Schulen
- Bayerischer Jugendring (BJR) – berät und vermittelt Kontakte
- Stiftung Jugendaustausch Bayern – berät und vernetzt Beteiligte im Jugendaustausch
- Online-Partnerbörsen der Jugendwerke und bilateralen Organisationen:
- Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW): Domino
- Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW): Partnersuche
- Deutsch-Griechisches Jugendwerk (DGJW): Deutsch – Griechische Projektpartnersuche
- UK-German Connection (über den PAD): Schulaustausch mit dem Vereinigten Königreich
- Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch: Deutsch-tschechische Kontaktdatenbank
Weitere Wege zur Partnersuche:
- Private Kontakte
- Persönliche Beziehungen einzelner Lehrkräfte oder Schulleitungen sind oft der Ausgangspunkt für Partnerschaften.
- Bereits bestehende Partnerschaften an benachbarten Schulen können ein Ansatzpunkt sein.
- Städtepartnerschaften
- Viele Städte und Gemeinden pflegen Partnerschaften, die auch für Schulpartnerschaften genutzt werden können.
- Viele Städte und Gemeinden pflegen Partnerschaften, die auch für Schulpartnerschaften genutzt werden können.
- Bayerns Partnerregionen
- Bayern unterhält enge Beziehungen zu zahlreichen Regionen in Europa und der Welt.
- Beispiele: Albanien, Bulgarien, Frankreich (Provence-Alpes-Côte d’Azur), Israel, Kroatien, Quebec, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich
Im Infoportal „Wie ins Ausland?“ und bei rausvonzuhaus
Eine Anlaufstelle ist das Infoportal „Wie ins Ausland?“. Dort finden Schülerinnen und Schüler einen Überblick über Austauschformate, Zielländer und Programme. Besonders interessant sind die Interviews mit Jugendlichen, die Einblicke in den Alltag und die Erfahrungen während eines Austauschs geben.
Empfehlenswert ist außerdem das Portal „rausvonzuhaus“ von Eurodesk Deutschland. Es bietet umfassende Beratung und Informationen zu allen wichtigen Themen rund um Jugendaustausch und Auslandsaufenthalte.
In Bayern bei der ALP Dillingen, dem BJR und dem ISB
Fortbildungen für Lehrkräfte in Bayern werden unter anderem von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalentwicklung Dillingen (ALP), dem Bayerischen Jugendring sowie dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) angeboten. Alle Einrichtungen bieten Seminare, Workshops und Qualifizierungen mit Schwerpunkt auf Internationalisierung an Schulen an.
Auf Bundesebene gibt es weitere Angebote bei den Jugendwerken, bilateralen Organisationen oder Einrichtungen der internationalen Jugendarbeit.
Einige Termine findest du in unserem Newsletter oder unter Aktuelle Veranstaltungen unserer Partner für Lehr- und Fachkräfte.