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Zwei Frauen unterhalten sich freundlich.

FAQ von Fachkräften der Jugendarbeit

Was ist ein internationaler Jugendaustausch? Wer hilft bei der Planung? Wo beantrage ich Fördermittel? Hier bekommen Jugendleiterinnen, Sozialpädagogen sowie Bildungsreferentinnen und Bildungsreferenten in Vereinen, Verbänden, Jugendzentren, Jugendringen oder bei Trägern der Jugendarbeit Antworten auf alle Fragen rund um Förderung, Organisation und Ablauf eines internationalen Jugendaustauschs.

Jugendliche aus verschiedenen Ländern begegnen sich.

Sie lernen dabei andere Lebensweisen, Kulturen und Sprachen kennen. Es gibt die Möglichkeit, alleine oder in einer Gruppe kürzere oder längere Zeit im Ausland zu verbringen. Eine internationale Jugendbegegnung ist aber auch in Deutschland möglich.

Er stärkt soziale und interkulturelle Kompetenzen, Selbstständigkeit und Demokratieverständnis.

Im Mittelpunkt steht das Lernen im internationalen Kontext: Jugendliche setzen sich aktiv mit kultureller Vielfalt auseinander, lernen, Herausforderungen selbstständig zu lösen und stärken ihre Kommunikationsfähigkeit. Die Teilnehmenden werden selbstbewusster, entwickeln Toleranz und Offenheit. Das sind zentrale Werte, die auch extremen politischen Einstellungen entgegenwirken können.

Grundsätzlich alle Jugendlichen

Teilnehmen können junge Menschen zwischen 12 und 35 Jahren, unabhängig von ihrer Schulform, Herkunft oder Ausbildung. Die konkreten Bedingungen wie Alter, Dauer und Inhalte hängen vom jeweiligen Programm ab. Die Angebote stehen sowohl Schulklassen und Jugendgruppen als auch Einzelpersonen offen.

Die Interviews mit Fach- und Lehrkräften geben Einblicke in die Planung und die Erfahrungen eines Austauschs in verschiedenen Organisationen.

Schritt für Schritt planen und Unterstützung suchen

  1. Ziele, Zielgruppe und Themen festlegen und grundsätzliche Fragen klären (z. B. Dauer, Unterbringungsart, Zielland, usw.).
  2. Fördermöglichkeiten und -modalitäten klären.
  3. Partnerorganisation im Ausland finden, z. B. über Beratungsstellen, Netzwerke oder Online-Partnerbörsen.
  4. Grundsätzliche Fragen gemeinsam mit der Partnerorganisation klären (z. B. Projektdauer, Teilnehmerzahl, Unterbringung, Reisetermine etc.).
  5. Fördermittel beantragen und Programm planen (Workshops, Exkursionen, Aktivitäten).
  6. An-, Weiter- und Abreise und Unterbringung organisieren (z. B. Gastfamilien oder Jugendherberge), Aktivitäten buchen.
  7. Teilnehmer vorbereiten (sprachlich, interkulturell, organisatorisch). 

Die Stiftung Jugendaustausch Bayern informiert zu Fördermöglichkeiten und vernetzt. Erhalte im Infoportal „Wie ins Ausland?“ einen Überblick über Beratungsstellen und Förderprogramme, sortiert nach Organisationsform, Austauschformat und Zielland.

Unter „Was fördern wir“ erhältst du einen Überblick über aktuelle Programme für Schwerpunktländer und -zielgruppen, die unsere Stiftung selbst finanziell unterstützt.

Es gibt verschiedene Beratungsmöglichkeiten in Bayern und auf Bundesebene.

In Bayern:

  • Bayerischer Jugendring (BJR)
    • Vermittelt Partnerorganisationen
    • Berät bei der Projektplanung
    • Führt Weiterbildungs- und Vernetzungsseminare durch
    • Fördert den Austausch für außerschulische Organisationen 
       
  • Stiftung Jugendaustausch Bayern
    • Informiert zu Fördermöglichkeiten: Infoportal „Wie ins Ausland?“ mit Beratungsstellen-Finder und Förderprogramm-Datenbank
    • Berät bei der Projektplanung
    • Vernetzt Beteiligte im Jugendaustausch
    • Fördert gruppenbezogene Formate und innovative Austauschprojekte, Schwerpunkt: Jugendliche, die nicht auf Gymnasien gehen

Auf Bundesebene:

Tipp: Nutze unseren Beratungsstellen-Finder im Infoportal „Wie ins Ausland?“, um die passende Ansprechperson für Organisationsform, Zielland und Austauschformat zu finden.

Auf Europa-, Bundes- und Landesebene

Fördermittel für den internationalen Jugendaustausch sind über verschiedene Stellen erhältlich, darunter über das EU-Bildungsprogramm Erasmus+, den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP), den Bayerischen Jugendring (BJR), die Jugendwerke, Stiftungen wie uns sowie weitere Organisationen der internationalen Jugendarbeit.

Tipp: Finde in unserer Förderprogramm-Datenbank im Infoportal „Wie ins Ausland?“ die passende Finanzierung, sortiert nach Zielland, Organisationsform, sowie Austauschformat. 

 

Organisationen, Vereine, Verbände sowie freie und öffentliche Träger der Jugendarbeit 

Die Antragstellung erfolgt meist durch verantwortliche Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren eines Vereins, eines Verbandes oder Organisation. In der Regel können einzelne Jugendliche, die ins Ausland möchten, Fördermittel nicht direkt beantragen. Für sie gibt es jedoch häufig spezielle Stipendien oder individuelle Fördermöglichkeiten, die den Zugang zu internationalen Austauschprojekten erleichtern.

Das Portal „rausvonzuhaus“ von Eurodesk Deutschland bietet Informationen zu allen wichtigen Themen rund um Stipendien und individuellen Fördermöglichkeiten für einen Jugendaustausch oder Auslandsaufenthalte.

 

Reise, Unterkunft, Verpflegung und Programm

Fördermittel decken in der Regel die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung und das Programm vor Ort ab. Häufig sind auch Ausgaben für die Vor- und Nachbereitung, Versicherungen sowie Dolmetscherleistungen enthalten. Je nach Programm kann ein Eigenanteil der antragstellenden Organisation die Voraussetzung für die Förderung sein. 

Stelle einen Antrag im jeweiligen Förderprogramm.

Jedes Förderprogramm hat spezifische Fristen und Antragsformulare. Informiere dich vor der Beantragung über die Anforderungen und Abläufe. Unter „Was fördern wir“ (Link) erhältst du beispielsweise einen Überblick über aktuelle Programme und die dazugehörigen Förderhinweise der Stiftung Jugendaustausch Bayern. Gut zu wissen: Eine sorgfältige Vorbereitung des Antrags erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Förderung.

Tipp: Finde in unserer Förderprogramm-Datenbank im Infoportal „Wie ins Ausland?“ die passende Finanzierung, sortiert nach Zielland, Organisationsform, sowie Austauschformat. 

Über Netzwerke, Datenbanken und fachliche Beratungsstellen

Weitere Wege zur Partnersuche:

  • Private Kontakte
    • Persönliche Beziehungen sind oft der Ausgangspunkt für Partnerschaften
       
  • Städtepartnerschaften
    • Viele Städte und Gemeinden pflegen Partnerschaften, die auch für Jugendaustausch genutzt werden können
       
  • Bayerns Partnerregionen
    • Bayern unterhält enge Beziehungen zu zahlreichen Regionen in Europa und der Welt.
    • Beispiele: Albanien, Bulgarien, Frankreich (Provence-Alpes-Côte d’Azur), Israel, Kroatien, Quebec, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich

Im Infoportal „Wie ins Ausland?“ und bei rausvonzuhaus

Eine gute Anlaufstelle ist das Infoportal „Wie ins Ausland?“. Dort finden Jugendliche einen Überblick über Austauschformate, Zielländer und Programme. Besonders interessant sind die Interviews mit Jugendlichen, die authentische Einblicke in den Alltag und die Erfahrungen während eines Austauschs geben.


Ebenfalls empfehlenswert ist das Portal „rausvonzuhaus“ von Eurodesk Deutschland. Es bietet umfassende Beratung und Informationen zu allen wichtigen Themen rund um Jugendaustausch und Auslandsaufenthalte.

Zahlreiche Einrichtungen bieten Qualifizierungen an.

Dazu zählen zum Beispiel IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit, die Jugendwerke, bilaterale Organisationen oder auch regionale Einrichtungen wie der Bayerische Jugendring (BJR). Weitere Angebote findest du in unserem Newsletter oder unter Aktuelle Veranstaltungen unserer Partner für Lehr- und Fachkräfte.

Durch Hospitationen, Fachkräfteaustausch sowie Studien- und Bildungsreisen

Wichtige Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Hospitationen (Job-Shadowing): Dabei begleitet man für kurze Zeit (z. B. einige Tage bis Wochen) Kollegen im Ausland und erhält Einblicke in den jeweiligen Arbeitsalltag.
  • Fachkräfteaustausch: Beim internationalen Fachkräfteaustausch treffen sich Fachkräfte beider Länder, um sich über ein konkretes Thema auszutauschen. Dabei lernen die Teilnehmenden voneinander, teilen Erfahrungen aus der Praxis und knüpfen Kontakte für künftige Kooperationen.
  • Studien- und Bildungsreisen: Organisierte Studienreisen in andere Länder ermöglichen es, vor Ort Jugendhilfe- und Bildungssysteme kennenzulernen. Teilnehmende besuchen dabei Einrichtungen und gewinnen Einblicke in die dortigen Arbeitsweisen. 

Das wichtigste Programm ist das europäische Bildungsprogramm Erasmus+.

Es unterstützt internationale Maßnahmen für Einzelpersonen finanziell und organisatorisch. Damit können Fachkräfte zum Beispiel an Seminaren, Fortbildungen, Networking-Veranstaltungen, Studienbesuchen oder Hospitationen im Ausland teilnehmen.

Darüber hinaus fördern Jugendwerke und bilaterale Organisationen internationale Begegnungen und Austauschformate für Fachkräfte. Diese Angebote ermöglichen nicht nur den fachlichen Austausch, sondern auch die Entwicklung von neuen Projektideen und internationalen Kooperationen.