Unsere Programme

Erste Ziele: Was die Stiftung aktuell leistet

Jeder junge Mensch in Bayern soll an einem Jugendaustauschprogramm teilnehmen können – unabhängig von Schullaufbahn, Ausbildung oder familiärem Hintergrund. Die Stiftung „Jugendaustausch Bayern“ will neuen Zielgruppen die Teilnahme an einem Jugendaustausch ermöglichen. Sie möchte weitere Zielregionen erschließen und neue Austauschkonzepte und Förderprogramme entwickeln. Hierbei arbeitet die Stiftung mit den Trägern des Jugendaustauschs zusammen, die in Bayern schon heute tätig sind. Ein Überblick über aktuelle Projekte:

Sprachcamps für nicht-akademische Jugendliche

Jugendliche aus Förder-, Mittel-, Real-, Wirtschafts- und Berufsschulen nehmen selten an internationalen Jugendaustauschprogrammen teil. Ein Grund ist, dass ihnen häufig die notwendigen Englischkenntnisse fehlen. Hier setzen die „GlobalCastle-Sprachcamps“ vom CVJM-Landesverband Bayern e. V. an. Sie mobilisieren nicht-akademische Jugendliche und schaffen die Grundlage für einen internationalen Jugendaustausch.

Bei dem Projekt verbringen Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren gemeinsam eine Woche auf der Burg Wernfels in der Nähe von Nürnberg. Betreut werden sie von freiwilligen Helfern aus unterschiedlichen Ländern, davon sind mindestens die Hälfte englische Muttersprachler. Die Teilnehmer machen gemeinsam Sport, musizieren und arbeiten kreativ – und sprechen während des gesamten Programms ausschließlich Englisch. Auf diese Weise bauen die Jugendlichen Sprachbarrieren sowie Hemmungen ab, lernen andere Kulturen kennen und werden zu einem Auslandsaufenthalt befähigt und ermutigt.

Die Camps finden zwölf Mal pro Jahr statt. Es können Einzelpersonen und Schulklassen teilnehmen. Die englische Sprache steht bei dem Programm im Fokus. Bei Bedarf und wenn sich ausreichend freiwillige Muttersprachler aus anderen Ländern finden, bietet der CVJM-Landesverband Bayern e. V. auch Camps auf Spanisch, Französisch oder Chinesisch an. Die Stiftung Jugendaustausch Bayern unterstützt die Camps finanziell.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den „GlobalCastle-Sprachcamps“ des CVJM-Landesverband Bayern

Austausch für tansanische und deutsche Musikstudierende

Musik ist eine Sprache, die jeder versteht. Anne Buter, Gründerin des Vereins Musicians for a better life mit Sitz in München, nutzt sie, um Menschen über Grenzen hinweg zu verbinden. Mit ihrem Verein setzt sie Musikprojekte mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten in verschiedenen Ländern um.

Die Stiftung Jugendaustausch Bayern unterstützt das „Music Exchange Program“ des Vereins in Tansania. Das Programm ermöglicht es, deutschen Musikstudierenden nach Tansania zu reisen und bei Projekten mitzuarbeiten. Vor Ort unterrichten sie unter anderem Musik an einer Schule und Kunstakademie und entwickeln gemeinsam mit tansanischen Studierenden künstlerische Projekte für die Zukunft. Im Gegenzug besuchen tansanische Musikstudierende und Musiker*innen Deutschland. Dabei findet ein Austausch auf Augenhöhe statt.

Hier erfahren Sie mehr über das „Music Exchange Program“ und weitere Projekte von Musicians for a better life in Tansania

 

50 Jahre Olympia: Begegnung bayerischer und israelischer Jugendlicher

2022 jähren sich die olympischen Sommerspiele in München zum 50. Mal. Heiter und unbeschwert sollten die Spiele im Jahr 1972 werden. Doch dann kam es anders: Am 5. September 1972 nahmen palästinensische Terroristen die Sportler der israelischen Olympiamannschaft als Geiseln. Die Geiselnahme endete mit der Ermordung aller elf Athleten sowie dem Tod eines Polizisten und der fünf Geiselnehmer. Dieses antisemitische Attentat war ein Schock für alle Israelis, an den Spielen Beteiligten sowie Sportfans weltweit. Es erschütterte das Bild des friedlichen und fröhlichen Sportfests in seinen Grundfesten.

Mehrere Initiativen nehmen das Jubiläum zum Anlass, um an die Spiele und die Geschehnisse von damals zu erinnern und sie mit Jugendlichen aus Bayern und Israel aufzuarbeiten. Dazu besuchen die Jugendlichen jeweils das andere Land, gedenken, diskutieren und machen gemeinsam Sport.

Die Stiftung Internationaler Jugendaustausch Bayern unterstützt die Initiativen und Vorhaben. Dafür stellt sie dem Bayerischen Jugendring (BJR) die Mittel für das Förderprogramm „50 Jahre Olympia. Die olympischen Spiele von München und das Attentat auf die israelische Delegation – bayerisch-israelische Jugendbegegnungen 2022/23“ zur Verfügung. Das Programm wird in Kooperation mit dem israelischen Generalkonsulat durchgeführt.

Austausch in Schule und Berufsbildung

Die Angebote des internationalen Jugendaustauschs stehen allen weiterführenden Schulen in Bayern offen, doch die Nachfrage im nicht-gymnasialen Bereich ist relativ gering. Um dies zu ändern, wertet die Stiftung bestehende Angebote aus und unterstützt diese bei Bedarf. Zudem informiert sie Schulleitung und Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler gezielt über die Austauschmöglichkeiten.

Neben der Auslandserfahrung deutscher Schülerinnen und Schüler ist auch die Vermittlung der deutschen Kultur im Ausland Teil eines erfolgreichen Schulaustauschprogramms – und damit ein zentrales Anliegen der Stiftung. Durch Ansprache möglicher Partnerschulen im Ausland und ein Mobilitätsprogramm für ausländische Schulklassen soll der nicht-gymnasiale Jugendaustausch weiter ausgebaut werden. Der Austausch mit Mitgliedsstaaten der Europäischen Union soll so gefördert und insbesondere die langjährigen Beziehungen Bayerns zu den Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas vertieft werden.

Im Bereich der beruflichen Bildung gibt es auf europäischer und auf Bundesebene zahlreiche Förderprogramme, mit denen junge Menschen einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren können. Doch für kleinere bayerische Unternehmen ist es schwierig, den Auszubildenden ihre Vergütung während eines Auslandspraktikums weiter zu zahlen. Hier sucht die Stiftung gemeinsam mit den Wirtschaftskammern nach Unterstützungsmöglichkeiten.

Ein Programm für Israel

Ein Auslandsaufenthalt in Israel eröffnet den Blick auf eine Kultur, der insbesondere vor dem Hintergrund deutscher Geschichte besonders wertvoll ist. Um mehr jungen Menschen aus Bayern diese Erfahrung zu ermöglichen, arbeitet die „Stiftung Jugendaustausch Bayern“ an einem gesonderten Programm.

Dies beinhaltet das neue „Kooperationsnetzwerk Israel“, in dem alle Engagierten zusammenwirken – ob Stiftungen, Hochschulen, Antisemitismusbeauftragte oder Austauschbeauftragte der jüdischen Gemeinden. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung das Deutsch-Israelische Jugendwerk. Das Büro des Freistaats Bayern in Tel Aviv ist Teil des Kooperationsnetzwerks und koordiniert für die Stiftung und die beteiligten Träger die Arbeit in Israel.

Erklärtes Ziel des Programms ist die Stärkung der bayerisch-israelischen Bildungskooperation. Die Stiftung organisiert Studienfahrten, Lehrkräfteschulungen sowie Schulungsaufenthalte für Jugendleiter in Israel. In Zusammenarbeit mit dem Shimon-Peres-Center in Tel Aviv wird die Stiftung Gruppen mit jugendlichen Israelis und Palästinensern zu Sportcamps nach Bayern einladen. Weitere Spezialprojekte mit Vorbildwirkung sind in Planung.

Tschechisch in Kindergärten und Grundschulen

Die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien werden immer intensiver: wirtschaftlich, aber auch in Wissenschaft, Forschung, Kultur und vielen anderen Bereichen. Bessere Sprachkenntnisse sowie Einblicke in Kultur und Gesellschaft des jeweiligen Nachbarn sind daher für das Zusammenleben im Grenzgebiet von besonderer Bedeutung.

Als erster Schritt wird ein Begegnungs- und Sprachanimationsprogramm für ostbayerische Kindergärten und Grundschulen ins Leben gerufen. Dabei werden bereits bestehende Aktivitäten verknüpft, so dass ein umfassendes Angebot für Kindergärten und Schulen entsteht. So kommen Kinder auf deutscher Seite schon früh mit der tschechischen Sprache in Kontakt. Der frühkindliche Spracherwerb legt den Grundstein für einen späteren Jugendaustausch.

Studieren im Vereinigten Königreich

Die Möglichkeiten für junge Menschen, in Großbritannien einen Studienaufenthalt zu absolvieren, haben sich durch das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus dem „Erasmus+“-Programm der Europäischen Union immens reduziert. Ob es stattdessen Programme auf Bundes- und europäischer Ebene geben wird, ist immer noch unklar. Der Freistaat Bayern will jedoch die bestehenden engen Beziehungen zu Großbritannien und die zahlreichen Mobilitätsprogramme soweit möglich erhalten.

Die Stiftung „Jugendaustausch Bayern“ begleitet daher den Abstimmungsprozess für ein Nachfolgeprogramm auf Bundesebene und erarbeitet zusätzlich ein bayerisches Programm, das dieses ergänzen soll. Zudem unterstützt sie bayerische Universitäten und Hochschulen dabei, ihre strategischen Partnerschaften nach Großbritannien weiterzuentwickeln.

Ferien-Sprachcamps für Deutschlernende

Als direkter Nachbar erfüllt Bayern eine Brückenfunktion in Richtung Ost- und Südosteuropa. Um die deutsche Sprache und Kultur sowie ein positives Bild Bayerns zu vermitteln, sind Ferien-Sprachcamps besonders geeignet. So können Gastfamilien begabten Schülerinnen und Schülern die bayerische Kultur und Lebensart näherbringen und gleichzeitig selbst neue Kontakte und Einblicke gewinnen.

Neben intensivem Spracherwerb, Völkerverständigung und Netzwerkbildung bieten die Ferien-Sprachcamps die Möglichkeit, unter den Jugendlichen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa das Interesse an einem Studien- oder Arbeitsplatz in Bayern zu wecken.

Studieren in afrikanischen Ländern

Der Freistaat Bayern hat sich eine engere Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern zum Ziel gesetzt. Dafür sind in Unternehmen, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik mehr Fachleute mit Kenntnissen über den Kontinent und entsprechender Auslandserfahrung gefragt. Hier setzt AfriZert an: Ein international einmaliger Zertifikatsstudiengang, der aktuell in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst am Institut für Afrikastudien an der Universität Bayreuth entwickelt wird. AfriZert wird ab dem Wintersemester 2022/23 neben dem Hauptstudium geboten. Er richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen der bayerischen Hochschulen.

Das Zertifikat setzt einen Aufenthalt in Afrika voraus – etwa für ein Studium an einer afrikanischen Hochschule, ein Praktikum im Unternehmen oder einer Organisation oder auch zur Recherche der wissenschaftlichen Abschlussarbeit vor Ort. Zur Finanzierung dieses Auslandsaufenthalts stellt die Stiftung „Jugendaustausch Bayern“ bis zu 50 Stipendien im Jahr in Aussicht.